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Startseite Schari'a (Gebote & Verbote) Selbst- & Zeitmanagement im Islam In 2:43 Minuten ins Paradies - oder hast du keine Zeit?

In 2:43 Minuten ins Paradies - oder hast du keine Zeit?

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Die Zeit ist einfach viel zu knapp. Nichts bekommen wir geschafft. Besonders dann nicht, wenn es um freiwilligen Gottesdienst geht. Schon wieder ist ein Tag vergangen, und noch einer, eine Woche, ein Jahr. Ist das Leben nicht wirklich kurz? O ja!

Der Prophet Noah (Allahs Frieden sei auf ihm) wurde 950 Jahre alt*. Als unser Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) ihm während seiner Himmelreise begegnete, da fragte er (Muhammad, Allahs Segen und Friede seien auf ihm) Noah wie es war, 950 Jahre auf der Erde zu weilen. Noah (Allahs Frieden sei auf ihm) antwortete: „Als wenn man die Tür zu einem Raum öffnet, in dem sich viele Menschen befinden – einmal durch diesen Raum bis zum anderen Ende hindurch geht und dort eine weitere Tür öffnet und diesen Raum wieder verlässt."

Das war alles. Was sind schon 950 Jahre im Vergleich zur Ewigkeit?

Ewigkeit ist etwas, das wir mit unserem Verstand nicht erfassen können. Denn während Allah von der Zeit vollkommen unabhängig ist - Er ist „Der Erste, ohne Beginn" (Al-Auwal) und „der Letzte, ohne Ende" (Al-Achir)- sind wir in den Dimensionen Zeit und Raum gefangen. Seit dem ersten Schöpfungsakt ist überhaupt eine messbare Zeit entstanden, da es für die Zeitmessung immer einen Anfangspunkt geben muss. Allah schenkt jedem von uns eine genau festgesetzte, für uns jedoch unbekannte, Lebenspanne zwischen Geburt und Tod. Und ganz gleich ob ein Mensch nur wenige Minuten auf dieser Welt ist, oder er 100 Jahre alt wird – am Ende wartet die lange lange Ewigkeit.

Ob wir diese Ewigkeit in Pein oder in Glückseligkeit erleben werden, hängt besonders davon ab, was wir am Jügsten Tag auf die Frage antworten, womit wir unsere Zeit verbracht haben. Aber, aber – hieß es nicht zu Beginn dieses

Artikels, dass unser Leben wirklich mini-kurz ist, auch dann noch, wenn wir 950 Jahre leben würden? Wie soll man es in dieser kurzen Zeit denn bloß schaffen, neben dem Alltag noch Quran auswendig zu lernen, Qiyam ul-lail zu beten, Dhikr zu machen, Du'a zu sprechen, eine Moschee zu errichten und so weiter und so weiter. Darauf gibt es zwei Antworten:

Zum einen – Gelobt sei Allah – sind die „alltäglichen" Dinge des Lebens wie Schule, Arbeit, Heiraten, Kinder erziehen, Essen, Sport und Erholung ein Teil unserer islamischen Lebensweise für die wir belohnt werden, wenn unsere Absicht gut ist.

Zum anderen belohnt Allah schon kürzeste Anstrengungen mit nichts Geringerem als dem Paradies. So sagte Muhammad (Allahs Segen und Friede seien auf ihm), dass Allah uns unsere Sünden vergibt, auch wenn sie so zahlreich wie der Schaum des Meeres sind, wenn wir 100 Mal (aufrichtig) „Gepriesen sei Allah, und der Dank gebührt Ihm" (Subhana Allahi wa bihamdi) sagen.**

Wie lange braucht man um dies zu sagen? Wir haben es ausprobiert. Vier Didi-Studentinnen machten für drei Wochen lang, vier verschiedene Dhikr:

100 x Gepriesen sei Allah (Subhana Allah)

100 x Gepriesen sei Allah und der Dank gebührt Ihm (Subnaha Allahi wa

bihamdi)

100 x Allah ich bitte dich um Verzeihung/Vergebung (Astaghfirullah)

2 x 100 x Es gibt keinen Gott, außer Allah, allein ohne Partner, Ihm allein gehört die Herrschaft und das Lob, und Er ist in der Lage alle Dinge zu tun (La illaha illa Allah, wahdu la scharika-lah, lahul-mulk wa lahul-hamd wa huwa 'ala kulli schai'in qadir)

Es empfiehlt sich, dies in Arabisch zu sagen, denn diese wunderbare Sprache ist wesentlich leichter für die Zunge als die deutsche Übersetzung. Lediglich zwischendurch ist es vielleicht nicht schlecht, es auch ein- zweimal auf Deutsch zu sagen, damit die Konzentration auf die Bedeutung nicht verloren geht.

Um „Subhana Allahi wa bihamdi" zu sagen brauchten die Schwestern im Durchschnitt nur 2:43 Minuten. Ohne vorherige Gebetswaschung, ohne das Aufsuchen einer Moschee, ohne Reise nach Mekka... stürbe man unmittelbar nach dieser leichten Dhirk-Übung würde man frei von Sünden zu Allah ta'ala zurückkehren – und käme ins Paradies.

War dafür wirklich keine Zeit gewesen?

Für „Subhana Allah" brauchten die Schwestern im Schnitt 2 Minuten und 1:50 Minuten für „Astaghfirullah". Die einzige längere Herausforderung bestand in den zwei Mal 100 x „La illaha illah Allah..." Um dies zu sagen, brauchten die Studentinnen durchschnittlich jeweils 14 Minuten, also fast eine halbe Stunde am Tag.

Dafür ist die Belohnung groß: wenn man dieses Dhikr 100 Mal sagt, werden einem 100 gute Taten zugeschrieben, 100 schlechte Taten werden gelöscht und der Teufel kann bis zum Abend nicht an einen heran kommen. Wiederholt man es am Abend, muss der Teufel wieder gehen bis zum Morgen und so bekommt man einen Rundum-Schutz. (Sündigt man trotzdem, ist dies nicht auf den Teufel zu schieben, sondern man weiß, dass es von einem selbst ausgeht). Des Weiteren gibt es nach diesem Dhikr niemanden auf dieser Welt, der Besseres getan hat an diesem Tag, außer jemand, der mehr gesagt hat.***

Man stelle sich einmal den Tag der Abrechnung vor, wenn man in seinem Buch liest. An einem Tag wurden dir alle deine Sünden vergeben und lauter gute Taten gutgeschrieben, am anderen Tag hast du einfach mal zehn Minuten auf den Bus gewartet und die Leute beobachtet, hast 20 Minuten lang Freunde in Facebook geadded, 60 Minuten eine Dokumentation gesehen und dich im Anschluss daran 30 Minuten über diese Dokumentation aufgeregt. Dann hast du dich noch mit deinem Ehepartner gestritten über etwas... ach, das wird dir am Tag des Jüngsten Gerichts sogar noch unwichtiger vorkommen als diese TV-Dokumentation.

Wie werden wir dann die Zeit betrachten?

Im Quran heißt es: „Wahrlich, sie sehen ihn (den Jüngsten Tag) als fern, Wir jedoch sehen ihn als nah." (Sura Al-Ma’aridsch, 6-7).

Doch auch wenn man immer noch denkt, das Jenseits und der eigene Tod lägen noch in Ferne – auch im Hier und Jetzt sind die positiven Auswirkungen von Dhikr spürbar. Eine Mitstudentin berichtete z.B., dass sie die Dhikr vor dem Schlafen gehen bei ihrem Sohn im Zimmer machte:. „Er wollte das und genießt es", schreibt sie. Und manchmal habe der Sohn auch mitgemacht. „Nach ca. zwei Wochen hat es angefangen im Allgemeinen ruhiger innerhalb der Familie zu werden." Eine andere Schwester berichtet von „unerwarteter Unterstützung von außenstehenden Personen" und noch eine Schwester verrichtete einen Teil der Dhikr jeden Abend zusammen mit ihrem Ehemann.

Die drei Wochen waren natürlich nur ein Anstoß. Alle Teilnehmerinnen wollen diese oder andre Dhikr gern fortsetzen. Die Zeit ist also da.

PS: Das Lesen dieses Artikels dauert etwa sechs bis sieben Minuten.

 

Von Laura (Lamees) Cornelius

Quellen:

Quran

Hisnul Muslim, Dr. Sa'id ibn Ali ibn Wahf Al-Qahtani

Didi-Studentinnen-Selbstversuch unter der Leitung von Laura Cornelius

Vortrag „Dhikr" von Abdelhay Fadil (Wali, Dortmund)

http://www.way-to-allah.com//unterricht_predigten/abdelhay.html

*„Und wahrlich, Wir sandten Noah zu seinem Volke, und er weilte unter ihnen eintausend Jahre weniger fünfzig Jahre (…)" (29:14)

** Überliefert bei Buchari und Muslim

*** Überliefert bei Buchari und Muslim

Quelle: http://alumma.wordpress.com/2010/07/22/in-243-minuten-ins-paradies-oder-hast-du-keine-zeit/

 

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